Der Körper des Philosophen

Am 30. Mai 2016 im westQuartier Stuttgart

Was ist der Körper der Philosophie? Hat sie überhaupt einen Körper? Sie will ja nicht penetriert werden. Sie redet nicht darüber, nicht über den Schmerz, nicht über den Schmutz. Sie glaubt allen Ernstes, alle Menschen wollten so sein wie sie: scheintot im denken. Sich zu entleiben, keinen Körper zu haben, das ist die höchste Form der Reinheit. So muss die Philosophie darauf achten, dass so wenig Körper wie möglich in sie hineingelangt, so wenig Philosophenkörper wie möglich. Der Philosoph muss sich vorm denken sauber machen, so wie der Moslem vorm Gebet. Er muss seine Sprache reinigen, sein sprechen.

Wenn die Philosophie einen Körper hat, dann ist es ein Körper ohne Öffnungen, ein idealer Körper, der in seinem Inneren die Dossiers produziert, die er dann unter seine halbdurchsichtige Haut klebt; von innen den Text auf diese Haut projiziert. Das sprechen des philosophischen Körpers ist eine Zeichensprache. Eine Sprache gereinigter Zeichen, die die Philosophenkörperhaut nicht beflecken, die sich auf dieser Haut dekontrastieren, die eins werden mit dieser Haut. Wir dürfen diesen Körper nur gereinigt betreten, in reine Zeichen gehüllt wie in ein Kleid aus Licht.

Dagegen: unsere gezeichneten Körper, gefickten, gefolterten, blutenden, schmerzenden Körper. Unsere gespaltenen, geöffneten Körper.

In seiner Performance „Der Körper des Philosophen“ konfrontiert der Autor und Performance-Philosoph Matthias Gronemeyer das Denken mit dem Körper und versucht so, der Erkenntnis neue Wege aufzuzeigen.

Mehr dazu gibt es demnächst nachzulesen in seinem neuen Buch „vögeln – eine Philosophie vom Sex„.

30. Mai 2016
20:00 Uhr
westQuartier am Bismarckplatz
Stuttgart